Solus 4 ist da!

Am Sonntag war es nach langer Wartezeit endlich so weit: Solus 4 Fortitude wurde veröffentlicht. Eigentlich war die Version ja schon letztes Jahr erwartet worden; allerdings galt damals wie heute: Die neue Version erscheint dann, wenn sie so weit ist. Da Solus eine Rolling Release Distro ist, bedeutet die neue Version in erster Linie, dass es nun neue Installationsabbilder gibt, die neben den aktuellen Versionen der Standardpakete auch die aktuellsten Voreinstellungen mitbringen.

Kommen wir zu den wichtigsten Neuerungen in Solus 4:

Allgemeine Verbesserungen

In erster Linie bringen die neuen Solus 4 ISOs natürlich die aktuellsten Versionen der Standard-Pakete mit. Dazu gehören Firefox 65.0.1, LibreOffice 6.2.1.2, Rhythmbox 3.4.3, Thunderbird 60.5.2 sowie Gnome MPV 0.16 (Budgie & Gnome) bzw. VLC 3.0.6 (Mate).

Der Linux Kernel 4.20.16 sowie Mesa 19.0.0 verbessern den Hardware-Support für aktuelle Intel und AMD Prozessoren und Grafikchips.

Das Software Center hat – trotz der anstehenden Neuentwicklung – noch ein paar Verbesserungen gesehen: Da WPS Office vor Kurzem seine Lizenz geändert hat, kann das Programm nun aus rechtlichen Gründen nicht mehr über das Software Center installiert werden. Außerdem gab es einen Bug, der dazu führte, dass in den Suchergebnissen die Paketbeschreibung sowie -zusammenfassung nicht angezeigt werden konnte, wenn darin ein “&”-Zeichen vorkam. Dieser Fehler wird mit der aktuellen Version behoben.

Optische Änderungen

Mit Solus 4 wurde das Standard-Theme für den Fenstermanager für alle Flavours von Adapta zu Plata geändert. Solus Budgie verwendet nun die neue Budgie-Version 10.5, Solus Mate setzt auf Mate 1.20 und Solus Gnome setzt weiterhin auf Gnome 3.28, Gnome 3.30 soll aber in Solus 4.1 dabei sein.

Budgie

Budgie 10.5 bringt ein paar Neuerungen mit: Mit dem neuen Caffeine Mode Applet kann man nun mit nur einem Klick das automatische Dimmen des Displays, Sperren des Rechners und Starten des Standbys blockieren, damit einem die Energiespareinstellungen nicht bei der Arbeit in die Quere kommen.

Die Menüs für Apps in der Taskleiste wurden überarbeitet, so dass nun mehr Optionen verfügbar sind. So lässt sich ein Fenster ganz einfach auf eine andere Arbeitsfläche verschieben oder über allen anderen Fenstern darstellen. Außerdem sind nun die eigenen Menüs der jeweiligen Apps integriert, so dass sich aus dem Menü nun – z.B. bei Google Chrome – direkt ein neues Inkognito-Fenster öffnen lässt.

Auch das Raven Applet hat einige Neuerungen spendiert bekommen: Der Kalender unterstützt jetzt Wochennummern. Benachrichtigungen werden nun nach Apps gruppiert und lassen sich wahlweise einzeln, nach App oder alle auf einmal löschen. Dank des neuen Sound-Widgets kann man jetzt direkt aus Raven heraus die Lautstärke für jede App einzeln einstellen, das Audiogerät wechseln und sogar die Lautstärke bis auf 150% hochdrehen.

Für Budgie 10.5 wurde auch die Budgie Desktop Settings-App überarbeitet: Hier gibt es nun einen neuen Bereich für die Einstellungen des Raven Applets. Außerdem wurde der Bereich mit den Einstellungen für die Fenster stark erweitert.

Gnome

Bei Gnome hat sich nicht sehr viel getan. Das ist vor allem dem noch bevorstehenden Upgrade auf Gnome 3.30 geschuldet, das dann in Solus 4.1 dabei sein wird. Wie bei den anderen Desktop Environments auch ist hier jetzt das Plata-Noir Theme der Standard. Außerdem verwendet Gedit nun standardmäßig das Oblivion Theme.

Mate

Solus Mate bringt wie Solus Gnome nur ein paar kleinere Veränderungen mit: Mate wurde auf Version 1.20 aktualisiert, wodurch einige Bugs nun der Vergangenheit angehören. Auch Solus Mate verwendet jetzt das neue Plata-Noir Theme.

Plasma

Solus Plasma steckt noch immer in den Kinderschuhen, macht aber stetig Fortschritte. Mit Solus 4 gibt es jetzt ein neues Test-ISO für Solus Plasma, das ihr hier herunterladen könnt. Solus Plasma ist aber immer noch in der Test-Phase; als Produktivsystem sollte man es also eher nicht einsetzen.

Release Notes

Joshua Strobl hat auf dem Solus Blog einen Post zum Release von Solus 4 veröffentlicht, in dem er auf die Neuerungen eingeht und der auch das Change Log für das Budgie ISO enthält. Wenn ihr also noch mehr zu Solus 4 erfahren wollt, findet ihr dort weitere Infos – natürlich auf Englisch.

Ich kann jedem Linux-Nutzer nur empfehlen, Solus zumindest einmal ausprobiert zu haben. Ich selbst nutze es seit August 2017 durchgehend – erst als Zweitsystem und seit gut einem Jahr als Hauptsystem.

Die Downloadseite mit den aktuellen ISOs findet ihr hier.

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  1. Avatar

    muellowitsch

    Habe die Plasma Version schon seit 1 Jahr Zuhause und einem halben Jahr im Geschäft im Einsatz. Funktioniert sehr gut – “bleeding edge” ohne Stress.

  2. Avatar

    Manuel

    Nutze Solus schon über ein Jahr. Anfangs habe ich noch mit Mageia und Debian geliebäugelt. Aber es hat mich immer wieder zu Solus hingezogen und ich bin dabei geblieben. Weil es einfach funktioniert.

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