Xiaomi Mi Band 4 im Test

Am Mittwoch kam nach 13 Tagen Wartezeit endlich mein neues Xiaomi Mi Band 4 bei mir an. Es ist bereits das dritte Modell der Serie, das ich mir zugelegt habe. Angefangen habe ich im November 2017, als ich mir ein Mi Band 2 bei Gearbest orderte, als es gerade auf einen Preis unter 20€ reduziert war. Im letzten September folgte dann ein Mi Band 3, das ich mir in erster Linie wegen der neuen Touch-Bedienung zugelegt habe. Das 2er habe ich damals an meine Mutter weitergereicht, ebenso wie jetzt das 3er.

Das Xiaomi Mi Band 4 kommt in einer neuen, länglichen Verpackung mit Henkel daher.

Ausschlaggebend für die Anschaffung des Mi Band 4 waren für mich das Farbdisplay, der neue 3-Achsen-Bewegungssensor und die neue, integrierte Mediensteuerung. Außerdem soll es nun auch neue Tracking-Optionen für Battle Rope, Fahrradfahren und Schwimmen geben. Da ich mir die internationale Version bestellt habe, fehlen zwei Funktionen des chinesischen Modells: das eingebaute Mikrofon sowie ein Sprachassistent und ein NFC-Chip für mobiles Bezahlen. Da es den Sprachassistenten nur auf Chinesisch gibt, ist es wenig erstaunlich, dass das internationale Modell ohne diesen daherkommt. Das Bezahlen per NFC-Schnittstelle im Mi Band verwendet den Zahlungsdienst Alipay, der zwar in China eine sehr große Rolle spielt, außerhalb des asiatischen Raums bisher allerdings kaum Verwendung findet. Die Einschränkungen der internationalen Version kommen hierzulande also quasi gar nicht zum Tragen.

Unboxing und erster Eindruck

Nun lag die Verpackung vom Mi Band 4 also auf meinem Balkontisch. Schon beim Auspacken aus dem Versandkarton fiel mir auf, dass die Verpackung nun deutlich größer ist als noch beim 3er. Beim Vorgänger war die Verpackung annähernd quadratisch. Die Verpackung vom 4er Band ist deutlich länglicher und etwa doppelt so groß. Dabei liegen das Armband und das Ladegerät nur im oberen Teil der Verpackung, während in der unteren Hälfte die Anleitungen (9 Sprachen, 126 Seiten) viel Platz einnehmen. In Zeiten elektronischer Bedienungsanleitungen hätte man hier viel Papier und Verpackung sparen können.

Ohne die Anleitungen hätte man sich viel Platz und Verpackung sparen können.

Auf den ersten Blick fällt auf, dass das Mi Band 4 ein wenig größer ist als sein direkter Vorgänger. Es ist sowohl höher als auch breiter und ragt auch ein wenig tiefer in Richtung Arm durch das Band hindurch. Außerdem ist es ein wenig schwerer. Beides fällt einem aber auch nur im direkten Vergleich auf, denn das Band trägt sich so leicht und bequem wie gewohnt. Schaut man sich die Tracker etwas genauer an, fallen weitere Unterschiede ins Auge: Beim Mi Band 4 ist an der Stelle des Touchbuttons keine Vertiefung im Gehäuse – die ganze Oberseite ist flach. Ein Blick auf die Unterseite zeigt, dass auch die Puls-Sensoren nicht identisch aussehen. Der Sensor beim Mi Band 4 ist etwas größer. Ob sich das wohl positiv auf die Pulserfassung auswirkt?

Auf der Verpackung ist das Standard-Watchface gut zu sehen.

Die größte Änderung aber bemerkt man erst, wenn man zum ersten Mal den Touchbutton berührt. Das Display geht wie gewohnt an, aber was ist das? Farben?! Und dann auch noch satte! Das neue Farbdisplay sieht wirklich gut aus und auch nach einer Woche mit dem Armband habe ich mich immer noch nicht so ganz daran gewöhnt, wie bunt mein Fitnesstracker mir entgegenstrahlt. Neben dem austauschbaren Watchface kommen auch die Icons der diversen Funktionen des Armbands in leuchtenden Farben daher. Nach einer Weile erleichtert es die Bedienung zumindest ein wenig, zu wissen, dass der Button für die Workouts orange und der für die Pulsmessung rot ist. Auf dem Watchface zeigt zudem ein bunter Kreis, wie weit man noch vom Tagesziel beim Schrittzähler entfernt ist.

Vorne das Mi Band 3, hinten das Mi Band 4.

Insgesamt hinterlässt das neue Mi Band 4 bei mir einen guten ersten Eindruck. Die Verarbeitung des Geräts lässt – wie schon bei den Vorgängern – nichts zu wünschen übrig und der Funktionsumfang ist für einen Fitnesstracker dieser Preisklasse großartig. Beim Koppeln des Armbands mit der Mi Fit App werden außerdem die gegenüber dem Vorgänger neuen Funktionen gezeigt, was nicht nur Umsteigern vom 3er Band zugute kommt. Ich finde, das ist eine sehr gute Idee, die hier auch gut umgesetzt wurde. Die ersten Firmware-Versionen des Mi Band 4 enthielten im Test leider noch keine deutschsprachige Lokalisierung. Diese wurde aber am 19.07. per Firmwareupdate nachgeliefert – also zwischen Test und Veröffentlichung des Testberichts.

Tracking-Tests

Der Haupteinsatzzweck eines solchen Fitness-Trackers ist es natürlich, sportliche Aktivitäten aufzuzeichnen. Da ich – teils aus Zeitmangel – nicht gerade eine Sportskanone bin, habe ich meine Tests auf 3 Aktivitäten beschränkt: Crosstrainer/Laufband, Schwimmen und Radfahren.

Für diesen Testbericht habe ich Crosstrainer-, Schwimm- und Fahrradtrainings aufgezeichnet.

Laufen und Puls

Beim Crosstrainer hat mich vor allem interessiert, ob die Pulsmessung im Vergleich zum Mi Band 3 besser geworden ist. Da das Armband keinen eigenen Trainingsmodus für den Crosstrainer hat, habe ich kurzerhand den Modus fürs Laufband genutzt. Das Ergebnis hat mich wirklich sehr positiv überrascht: Während des gesamten Trainings lag der Pulswert vom Mi Band 4 stets weniger als 5 Schläge vom Wert, den mein Brustgurt erfasste, entfernt. Beim Mi Band 3 waren die Werte vor allem im Bereich über 120 Schlägen pro Minute immer mindestens 10 Schläge zu niedrig, häufig auch 15 oder sogar 20 Schläge. Mit dem Mi Band 4 kann ich mir den Brustgurt jetzt eigentlich sparen. Der neue Pulssensor scheint wirklich besser zu sein.

Ein anderer Grund für die besseren Ergebnis könnte allerdings folgender sein: Beim Mi Band 3 gab es für mich keine Einstellung des Armbands, die optimal gewesen wäre. Das eine Loch machte das Armband zu eng, das benachbarte hingegen schon zu weit. Beim Mi Band 4 habe ich deutlich mehr Glück, denn hier passt das Armband quasi wie angegossen. Ich vermute, dass es daran liegt, dass der Tracker etwas mehr in Richtung Arm ragt und dadurch das Armband etwas enger anliegt. Es kann daher sein, dass der Pulssensor vom Mi Band 4 einfach besser positioniert ist, als das bei mir beim 3er noch der Fall war.

Die Trackingfunktionen für Gehen und Laufen können, so wie die fürs Laufband, den Puls, die verbrannten Kalorien, die Schrittzahl und -frequenz sowie die Trainingsdauer erfassen. Hinzu kommt hier, dass das Band das verbundene Smartphone benutzt, um per GPS zusätzliche Informationen zu sammeln. So stehen zusätzlich eine Karte mit der zurückgelegten Strecke, ein Graph der Geschwindigkeit und Infos zu Entfernung, Durchschnittsgeschwindigkeit und Pace zur Verfügung.

Leider gibt es für den Crosstrainer kein eigenes Trainingsprofil, so dass ich auf das vom Laufband zurückgreifen musste. Das bringt allerdings einen wesentlichen Nachteil mit sich: Das Mi Band bestimmt die zurückgelegte Entfernung auf dem Laufband anhand der Schrittlänge, die auf Basis der im Mi Fit Profil hinterlegten Körpergröße errechnet wird. Da die Schrittlänge auf einem Crosstrainer fest vorgegeben ist, weichen die gemessenen Distanzen auf Mi Band und Crosstrainer mitunter stark von einander ab. Nach 35 Minuten Training zeigte der Crosstrainer bereits knapp über 4km an, während das Mi Band erst 2.5km erfasst hatte. In der Mi Fit App lässt sich die Distanz des Trainings leider nicht nachträglich anpassen, wenn man das Training vom Armband aus gestartet hat.

Nachtrag: Nach dem Ende des eigentlichen Tests war ich am 18.07. noch einmal mit dem Mi Band 4 auf dem Crosstrainer. Dabei war der gemessene Puls am Anfang katastrophal daneben. Der Brustgurt maß gute 100 BPM, das Armband nur knapp über 50. Ein mehrfaches Repositionieren des Armbands hat das Problem glücklicher Weise schnell behoben. Daher empfiehlt es sich, vor dem Starten des Trackings gegenzuprüfen, ob der Puls in einem realistischen Bereich liegt. Falls das nicht der Fall ist, muss man halt ein wenig rumprobieren. Nach einer Weile weiß man dann auch so, wie man das Band ausrichten muss, damit der Puls passt. Bei mir hat es geholfen, das Armband ein wenig nach “oben”, also in Richtung des Batteriesymbols, zu drehen. Beim Training ist das Armband dann auch gut an dieser Stelle verblieben, so dass der Puls auch am Trainingsende noch sehr präzise war.

Schwimmen

Besonders interessant fand ich die Trackingfunktion fürs Schwimmen. Seit ein paar Jahren schon hatte ich kein Schwimmbad mehr von Innen betrachtet und so kam es, dass ich 3 Jahre nach der Wiedereröffnung endlich dem komplett umgebauten, städtischen Hallenbad einen Besuch abstattete.

Vor der Aufzeichnung eines Schwimmtrainings muss man zunächst die Beckenlänge einstellen. Neben 25m und 50m als Standardgrößen kann man auch manuell eine abweichende Länge auswählen. Das Mi Band versucht dann, anhand der Bewegungsdaten die geschwommene Entfernung und Bahnenzahl zu berechnen. Das klappt auch erstaunlich gut. Insgesamt bin ich an dem Tag 1km in einem 25m-Becken geschwommen und das Armband lag insgesamt nur 2 Bahnen daneben, also 50m zu viel oder zu wenig auf 1000m. Außerdem habe ich die 1000m in 3 Trainings zurückgelegt, wovon eines eine Bahn zu viel, ein weiteres eine Bahn zu wenig hatte.

Zusätzlich zur Entfernung misste das Mi Band 4 noch einige andere Dinge: In zwei Graphen werden das Tempo (Zeit pro 100m) und die Schlagzahl dargestellt und zu beiden gibt es in der Zusammenfassung auch einen Durchschnittswert. Mit dem SWOLF-Wert enthält die Zusammenfassung auch Infos zur Effizienz des Schwimmstils. Außerdem versucht das Mi Band, den vorherrschenden Schwimmstil zu ermitteln, was in meinem Test allerdings nur mäßig gelang. Die beiden Trainings mit Brustschwimmen über insgesamt 900m hat es korrekt als Brustschwimmen erkannt, das Training mit 100m Rückenschwimmen wurde aber ebenfalls als Brustschwimmen erkannt.

Da der kapazitive Touchscreen natürlich auch auf Wasser reagiert, wird das Display automatisch gesperrt, wenn es beim Aktivieren nass ist. Dadurch sollen inkorrekte Eingaben durch fließendes Wasser verhindert werden. Um das Band bedienen zu können, muss man also entweder das Display entsperren oder das Band so lange über Wasser halten, bis das Display wieder aus ist und es dann erneut aktivieren. Zum Entsperren des Displays wischt man einfach einen grünen Kreis erst nach oben und zieht ihn dann wieder nach unten.

Insgesamt hat das Schwimmtracking besser funktioniert, als ich zuerst gedacht hatte. Die Entfernungsmessung ist wirklich erstaunlich genau und vermutlich. Vermutlich ist das einer der Vorteile des neuen 3-Achsen-Bewegungssensors gegenüber dem 2-Achsen-Sensors der Vorgänger. Das Mi Band ist übrigens laut Hersteller bis zu 50m Tiefe wasserdicht und ich konnte während meiner Tests nichts Gegenteiliges feststellen.

Fahrradfahren

Für den letzten sportlichen Test habe ich mir flott das E-Bike von meinem Vater geliehen und eine Runde durch die Nachbarschaft gedreht. Dabei kann man auf dem Mi Band die zurückgelegte Distanz, den Puls und die Verbrennungszone ablesen. Auch bei diesem Trackingmodus bezieht das Mi Band 4 zusätzliche Infos vom Smartphone. Per GPS können Geschwindigkeit und zurückgelegte Entfernung ermittelt werden. Die Trainingszusammenfassung enthält auch Felder für Höhengewinn und bergauf zurückgelegte Strecke. Allerdings wurden beide bei mir nicht gefüllt. Möglicherweise wird dafür nicht auf GPS zurückgegriffen, sondern es wird ein Smartphone mit Höhensensor benötigt. Neben einer Karte mit der gefahrenen Strecke enthält die Auswertung auch noch Graphen für Geschwindigkeit, Puls und Höhe.

Leider fließen in die Zusammenfassung des Fahrradtraining keine GPS-basierten Höhendaten mit ein. Zwischen Dreisbacher Str. und L148 liegt eine lange, kräftige Steigung, die so gar nicht erfasst wird.

Schlaftracking

Zum Abschluss des Tracking-Themas möchte ich noch auf das Gegenteil von Sport eingehen: Schlafen. Das Mi Band 4 kann, ebenso wie das 2er und 3er (ob deren Vorgänger auch, kann ich nicht sagen), genutzt werden, um den nächtlichen Schlaf zu überwachen. Anhand der nächtlichen Bewegungen erfasst das Armband dabei Leicht- und Tiefschlafphasen sowie Start- und Endzeitpunkt des Schlafs. Auch Schlafpausen werden erfasst. Leider gibt es einen Haken an der Sache: Die Start- und Endzeiten sind nicht unbedingt genau. Wer vor dem Einschlafen noch ruhig Hörspiele hört oder liest und wer morgens nach dem Aufwachen gerne noch etwas liegen bleibt, der wird zum Teil ungenaue Ergebnisse erhalten, da das Band wegen geringer Bewegung denkt, dass man schläft.

Weitere Funktionen

Neben den Tracking-Funktionen bringt das Mi Band 4 noch einige weitere Features mit: Wischt man auf dem Startbildschirm nach links oder rechts erscheint die Mediensteuerung. Mit dieser kann die aktuelle Wiedergabe auf dem angeschlossenen Smartphone pausiert bzw. fortgesetzt werden. Außerdem kann zum vorherigen/nächsten Titel gesprungen und die Lautstärke angepasst werden. Über dem Play-Button wird auch noch der Titel der aktuellen Wiedergabe angezeigt. Die Spotify Connect Wiedergabe auf meinem Chromecast Audio konnte ich per Mi Band ebenfalls steuern, wenn die Spotify App auf dem verbundenen Smartphone geöffnet und mit der Connect-Wiedergabe verbunden war. Das gilt allerdings nur für Play/Pause und Vor/Zurück; die Lautstärke ließ sich so nicht ändern. Der Test, auf diese Weise auch die Netflix-Wiedergabe auf meinem Chromecast am Fernseher zu pausieren, war leider erfolglos.

Unter dem Punkt “Status” können diverse Dinge zu den Aktivitäten des Tages abgelesen werden: Neben der Schrittzahl und der so zurückgelegten Distanz sind hier auch die durch Bewegung verbrannten Kalorien und die Anzahl der Inaktivitätswarnungen einsehbar. Unter “Heart rate” kann der aktuelle Puls abgelesen werden. Wie lange es dauert, bis der Puls angezeigt wird, hängt dabei davon ab, wann er zuletzt gemessen wurde und in welchem Intervall der Puls automatisch gemessen werden soll.

Hinter dem Punkt “Workout” verbergen sich die verschiedenen Tracking-Optionen: “Outdoor running” (Joggen), “Treadmill” (Laufband), Cycling (Fahrradfahren), “Walking” (Gehen), “Exercise” (allgemeines Aktivitätstracking) und “Pool swimming” (Schwimmen) starten jeweils eine spezialisierte Tracking-Routine. Manche davon greifen zusätzlich zu den Sensoren des Mi Bands auch noch auf die GPS-Daten des angeschlossenen Smartphones zurück.

Die “Weather”-Option ermöglicht einen kleinen Einblick in das Wetter des laufenden sowie der nächsten vier Tage. Neben Höchst- und Niedrigsttemperatur des jeweiligen Tages wird das Wetter sowohl als Piktogramm als auch als Text angezeigt. Hinter “Notifications” verbergen sich die gesammelten, zuletzt auf dem Armband angezeigten Benachrichtigungen.

Unter dem Punkt “More” finden sich noch eine Menge nützlicher Funktionen: Mit “DND” kann das Armband stummgeschaltet werden. Unter “Alarm” können die per App hinterlegten Wecker direkt am Armband an- und ausgeschaltet werden. Das ist besonders praktisch, wenn man ausnahmsweise mal etwas früher oder später raus muss als gewöhnlich. Hinter “Music” verbirgt sich die auch per Zur-Seite-Wischen verfügbare Mediensteuerung. Die Funktionen “Stopwatch” und “Timer” tun genau das, was ihre Namen erahnen lassen und machen das Mi Band zu einem guten Zeitmesser. Manch einer wird so manches mal über “Find my device” froh sein, denn ein Drücken auf diese Option lässt das verbundene Smartphone – sofern in Reichweite – klingeln, um ein Wiederfinden zu erleichtern. Die Option “Silent” ermöglicht ein An- und Ausschalten des “Bitte nicht stören”-Modus’ des Smartphones direkt vom Armband aus. Zu guter Letzt bieten die Punkte “Band display” (Auswahl des Ziffernblatts) und “Settings” (unter anderem Helligkeit und Displaysperre) Möglichkeiten zur Anpassung des Mi Bands an die eigenen Anforderungen.

Akku-Laufzeit und Aufladen

Bei mir war das Mi Band 4 jetzt ziemlich genau eine Woche im Einsatz und der Akku steht erst bei knapp unter 70%. Mit einer Pulsmessung alle 10 Minuten, mittlerer Helligkeit des Displays und einer Handvoll Trainingsaufzeichnungen habe ich dem Tracker eher wenig bis mittel viel abverlangt. Man kann also mit etwa 3 Wochen Akkulaufzeit rechnen. Da sich die Helligkeit in 5 Stufen verstellen lässt und die hellste Stufe auch gut gegen sommerlichen Sonnenschein ankommt, variiert die Akkulaufzeit natürlich in Abhängigkeit von der Displayhelligkeit.

Das Ladeteil des Mi Band 4 wurde gegenüber den Vorgängern grundlegend geändert. Bei den Vorgängern musste man die Ladekontakte an der schmalen Seite des Gehäuses in eine halbrunde Ladeschale einschieben, wobei es durchaus möglich war, das Gerät zu verdrehen, so dass der Kontakt nicht hergestellt werden konnte. Das kann beim neuen Ladegerät nicht mehr passieren. Die Ladekontakte sitzen jetzt auf der Unterseite des Gehäuses und das Gerät muss zum Laden mit der Unterseite in die neue Ladeschale eingeklickt werden. Dank zweier Plastikzapfen hält das Gerät zuverlässig in der Schale, so dass immer Kontakt besteht.

Als ich zum ersten Mal sah, dass die Ladekontakte des Mi Band 4 auf der Unterseite angebracht sind, hatte ich gehofft, den Tracker zum Laden nicht mehr aus dem Armband puhlen zu müssen. Leider ist dies doch nötig. Bei nur einem Ladevorgang alle drei Wochen finde ich das aber akzeptabel. Ein vollständiger Ladevorgang hat bei mir schätzungsweise eine Stunde gedauert.

Wenn man den Tracker gerade eh separat hat, kann man auch gleich ein andersfarbiges Armband anbringen. Im Test passte der neue Tracker ohne Probleme in das Armband vom Mi Band 3. Allerdings saß der Tracker im 3er Armband ein ganz kleines bisschen lockerer als im 4er Band. Das kann allerdings gut daran liegen, dass das 3er Band halt schon eine Weile im Einsatz ist. Ein bisschen Ausleihern ist beim wiederholten Tracker Aus- und wieder Einbauen ganz normal.

Fazit

Insgesamt bin ich mit dem Xiaomi Mi Band 4 sehr zufrieden. Mein größtes Problem mit dem Vorgänger war die ungenaue Pulsmessung beim Sport. Das Problem scheint mit der neuen Generation gelöst zu sein. Ansonsten war ich mit dem Vorgänger bereits sehr zufrieden und das Mi Band 4 packt einfach noch mal ein paar Extras oben drauf. Die Musiksteuerung finde ich sehr praktisch. Zum Musik und Co. Hören verwende ich am Smartphone meistens ein paar Bluetooth In-Ears, aber in seltenen Fällen liegt das Smartphone einfach so auf dem Tisch und spielt etwas ab. Dank Mi Band kann man sich in der Situation den Gang zum Handy sparen. Die neuen Tracking-Funktionen finde ich sehr cool und wenn meine Zeit es zulässt, werde ich sie noch öfters nutzen. Wie schon bei den Vorgängermodellen nutze ich auch beim Mi Band 4 die Benachrichtigungen und den Wecker. Über neue Nachrichten und eingehende Anrufe am Armband informiert zu werden, erspart einem manchen unnötigen Griff zum Handy. Den Wecker habe ich auch im Schwimmbad genutzt, um rechtzeitig an das Auslaufen meines Tickets erinnert zu werden – das Smartphone konnte ich ja nicht mit ins Wasser nehmen.

Links das Mi Band 3, rechts das neue Mi Band 4. Die Armbänder sind untereinander tauschbar, sitzen aber mitunter nicht optimal.

Mit dem Xiaomi Mi Band 4 kann man nach meiner Einschätzung nichts verkehrt machen, wenn man im Preisbereich unter 40€ einen Fitnesstracker oder eine Smartwatch sucht. Ob einem die Verbesserungen gegenüber dem Mi Band 3 ein Upgrade wert sind, muss jeder selbst entscheiden. Allein schon wegen der besseren Pulserkennung bin ich froh, mir das Upgrade gegönnt zu haben.

Das Mi Band 4 trage ich nun täglich und bin schon gespannt darauf, was die nächste Version so alles mit sich bringt.

Jahrgang 1994. Gelernter Fachinformatiker für Systemintegration und zur Zeit Student der Informatik an der TH Köln. Programmiert, benutzt Solus und bastelt mit Technik. E-Gitarren-Spieler und -Verbastler. Liebt Podcasts und Hörspiele sowie Hörbücher. Interessiert sich für (Netz-)Politik.

2 comments On Xiaomi Mi Band 4 im Test

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