Testbericht: Entroware Ares 2019

Ares ist ein All-in-One Computer. Was macht ihn so besonders? Tatsächlich eine ganze Menge! Hier ist mein Testbericht zum Ares 2019 von Entroware!

Disclaimer: Ich durfte bereits seit Ende Dezember 2018 die neueste Version von Entroware’s Ares (Modell 2019) testen und es handelt sich hierbei weder um ein bezahltes Review noch um eine Dauerleihgabe. Während ich dieses Review schreibe, ist das Gerät schon wieder auf dem Weg nach Großbritannien.

Software

Über die Nutzungserfahrung mit Entroware Software habe ich ja bereits in meinem Hands-On Video zum Entroware Aura berichtet, daher hier nur die wichtigsten Punkte.

Ares kam bei mir mit Ubuntu 18.04 LTS in der OEM Installation an.
Beim ersten Start musste ich also nur Benutzernamen und Passwort festlegen und war dann schon wenige Sekunden später in dem bereits vorinstalliertem Desktop. Entroware verändert in ihrer OEM Installation glücklicherweise nur wenige Dinge, wie z.B. die Desktop Wallpapers.

Ares funktioniert allerdings auch problemlos mit einem Vanilla Ubuntu ISO von ubuntu.com.

Wenn nur alle Linux Shops so arbeiten würden…

Ansonsten ist mir bei der OEM Installation nur (wie auch damals im Aura Video) aufgefallen, dass Canonical die OEM Installationen vermutlich nur auf Englisch testet und nicht in anderen Sprachen. Obwohl ich beim ersten Start “Deutsch” ausgewählt habe, war nach der Installation immer noch alles auf Englisch. Anfangs dachte ich noch, dass diese Einstellung wohl einfach nicht ins fertige System übergeben wurde. Allerdings stellte sich heraus, dass “Deutsch” zwar eingestellt war, aber im OEM Prozess scheinbar das systemweite Anwenden nicht durchgeführt wurde. Ein Klick auf den “systemweit anwenden” Knopf hat es dann geregelt.

Ich habe diesen Bug an unseren Kontakt bei Entroware kommuniziert, der bereits zusammen mit Canonical an einer Lösung arbeitet.

Hardware


Bei meinem Testgerät handelt es sich um das Basismodell mit einer etwas größeren SSD (240 GB anstatt 120 GB) für £769.98, aktuell etwa 855€.

CPU Intel Core i3 8100 – 3.6 GHz – 4 Threads
RAM 8 GB DDR4 2400 MHz
ROM 240 GB SSD
Bildschirm 24 Zoll mattes Display
Auflösung 1920×1200
GPU Intel® HD Graphics
Anschlüsse 1x DisplayPort
1x HDMI
4x USB 2.0
2x USB 3.1
2x 3.5mm Mic in/Line Out
1x RJ-45 Ethernet
1x SD Karte
Ethernet Gigabit Ethernet
WIFI Intel® Wireless-AC
Bluetooth Bluetooth®

Wenn man das so liest, bekommt man schnell den Eindruck, dass es sich hierbei um einen Office PC handelt und das ist bei dem Basismodell auch definitiv der Fall.
Allerdings lässt sich Ares auch mit einem Intel Core i7 8700 (bis zu 4.6 GHz, 6 Cores, 12 Threads), 32 GB DDR4 RAM, 2 TB PCIe SSD und einer weiteren 4 TB SSD hochkonfigurieren.

Das wäre schon fast eine Workstation, wenn man auch noch eine Nvidia GPU hinzukonfigurieren könnte. Dies gibt der Formfaktor allerdings nicht her.
Wer trotzdem der Meinung ist, so eine Konfiguration zu brauchen, kann dafür knapp 3.000€ bezahlen (oder alternativ auch mal 1€ bei unserem Patreon einschmeißen).

Kommen wir direkt zur ersten und – meiner Meinung nach – wichtigsten Besonderheit.
Von den meisten All-in-One Computern bin ich an ein Problem gewöhnt:
Man muss sich bereits beim Kauf für eine bestimmte Konfiguration entscheiden, da die Geräte danach nur schlecht bis gar nicht upgradebar sind.

Dies ist beim Ares anders. Entroware hat sich dazu entschieden, hier mehrere ODM (Original design manufacturer) Produkte zu kombinieren.

Im Chassis steckt nicht nur das Display, sondern auch noch ein Mini-ATX Motherboard, wie man es auch in einem “normalen” Desktop PC finden kann. Man kann die meisten Komponenten upgraden und beim Ares ist das Motherboard sogar sehr leicht zugänglich mit nur 2 Handschrauben.


Das Display wird ausreichend hell und spiegelt wenig; in meinem Test ist es mir erst beim Fotografieren mit Blitz aufgefallen. Man kann auch den Neigungswinkel einstellen, was bei AIO Computern keine Selbstverständlichkeit mehr ist.

Durch das Verwenden eines Desktop Motherboards hat man auch fast alle Anschlüsse, die man braucht. In 2019 vermisse ich USB-C etwas.

Die Position der Anschlüsse, bzw. des Motherboards sorgt für kleinere Probleme. Dadurch, dass die Anschlüsse in Richtung Tisch zeigen, ist der Platz für größere USB Sticks (wie mein SATA m.2 80mm SSD Stick) begrenzt.

Außerdem kann man trotz des verstellbaren Winkels die Anschlüsse nicht sehen, um ein Kabel einzustecken. Dazu musste ich dann zusätzlich das Gerät inklusive Standfuß kippen. Dies ist wieder dem Formfaktor geschuldet. Außerdem sollten sich die angeschlossenen Kabel an einem Desktop PC in der Regel nicht sehr häufig ändern.

Falls man doch mal öfters USB Kabel umstecken muss, kann man die beiden USB 2.0 Anschlüsse an der Seite verwenden. Hier hätte ich mir USB 3.1 gewünscht. Dafür ist ein SD-Kartenleser verbaut. Die Unterschiede zwischen USB 2.0 und 3.1 sind deutlich bemerkbar. Dafür ist es schön, zu sehen, dass die beiden USB 3.1 Slots die richtige Übertragungsrate liefern können.

Die verbauten Stereo Lautsprecher sind besser, als ich es erwartet hätte und haben sogar hörbare Tiefen. Natürlich ist man mit jeder Mini Soundbar besser bedient, aber die verbauten Lautsprecher schrecken nicht ab.

Wie bereits eingangs erwähnt, hat Ares leider nur Intel® HD Graphics an Bord und ist daher als Spielerechner (egal wie viel CPU, RAM und SSD man noch draufwirft) völlig ungeeignet. Ich habe es natürlich trotzdem versucht und bei einem unserer NerdZoom Spieleabende mit der Telegram Chat Gruppe habe ich dann nach ca. 10 Minuten Slideshow den Test mit Rocket League wieder abgebrochen.
Unigine Heaven fiel auch dementsprechend schlecht aus.

Benchmark results:
Time:  260.705
Frames:  4717
FPS:  18.0933
Min FPS:  7.61818
Max FPS:  30.0458
Score:  455.77

Etwas gewöhnungsbedürftig war die Lautstärke des verbauten Lüfters. Aufgrund des Formfaktors war wohl nur ein Low-Profile Lüfter möglich, die sich leider nicht durch ihre Lautlosigkeit auszeichnen. Beim einfachen Browsen oder Idle ist er nicht zu hören, aber sobald man eine Videowiedergabe startet oder Dateien kopiert, springt er deutlich hörbar an.

Es soll hier allerdings nicht so rüberkommen, als wäre Ares ein absolut unbrauchbarer, langsamer Rechner. Ganz im Gegenteil!

Alle wichtigen Browser auf einem Bild

In den knapp 2 Wochen, in denen ich das Geräte täglich genutzt habe, hatte ich nie das Gefühl, einen ungenügend starken Rechner zu bedienen. 4K Playback auf YouTube und anderen Plattformen hat ruckelfrei funktioniert, Dateitransfers von externen Platten oder über das Netzwerk waren wie gewohnt schnell und das Display hat mich mit den guten Farben und den schmalen Displayrändern positiv überrascht.
Daher ist mein Fazit: Wer gerne einen einfachen All-in-One Rechner zuhause haben möchte, der so ziemlich alles können soll – außer Gaming und Videobearbeitung -, der macht mit dem Entroware Ares nichts falsch.

Entroware Ares 2019

Blogger und Podcaster, Gründer von NerdZoom Media Mag Linux, Apple und bereist gerne die Welt.

7 comments On Testbericht: Entroware Ares 2019

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    Hallo Marius,
    Ich arbeite im Moment auch mit einem 17 Zoll Laptop mit einem i3 Prozessor, und bin damit eigentlich auch sehr zufrieden, von daher finde ich das Teil jetzt nicht unbedingt uninteressant, zumal dieser mit Linux Daher kommt, ich hasse es, wenn einem Windows aufgezwungen wird, und dafür auch noch bezahlen soll, obwohl man es nicht will. Interessanter Beitrag.

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      Hallo Detlef,
      wie alt ist denn dein i3? Die 2019er Version vom Ares benutzt den i3 der aktuellen 8. Generation, das ist nicht mehr mit älteren i3 Prozessoren zu vergleichen. Du kannst auch bei z.B. Lenovo anrufen und dir das Gerät ohne Windows konfigurieren lassen.

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        Hallo Marius,

        Wie alt, ich glaube ca. 3 – 4 Jahre, da war Windows 8 installiert, ich weiß, das es mittlerweile ja auch Linux-Laptops im Handel zu bekommen sind, ich habe mir angewöhnt, mir die Dinger als Leasingrückläufer zu kaufen, da gibt es noch Händler, die diese ohne Betriebssystem anbieten.

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    Welche Treiber sind denn da so von Entroware upstream gegangen?

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