Ich werde nicht um den heißen Brei herumreden: B-Team ist derzeit eines der besten Spiele für die Oculus Go. Es bietet trashigen Humor, hat ein abwechslungsreiches Gameplay und ist erstaunlich ausgefeilt.
Der Preis von 7,99 Euro mag für ein VR-Handyspiel etwas hoch erscheinen, es ist aber häufig im Preis reduziert und gehört zu einigen Paketen im Oculus Store. Außerdem bietet es einige Stunden Spielzeit, die sich durch die Endlosmodi aus Running Levels und Wellen-Levels noch verlängern lassen.
Fangen wir an!

B-Team

Präsentation

Die visuelle und akustische Präsentation des Spiels ist erstklassig.
Von einem erfahrenen VR-Studio entwickelt zu werden, hilft sicher, aber die Grafik ist nicht alles. Das Design der Kreaturen ist schön und funky, die Waffen sind gut genug, auch wenn es kein haptisches Feedback gibt, und wenn man Klischees aus Actionfilmen der 80er und 90er Jahre mag, wird man dieses Spiel lieben. Es könnte mehr Abwechslung zwischen den Leveln geben, aber die sind gut ausgearbeitet und bieten genügend Augenschmaus. Der einzige wunde Punkt, den ich an der Grafik finden kann, ist, dass das Spiel den 72Hz-Modus der Oculus Go nicht unterstützt, aber ich hätte es selbst nicht bemerkt und musste es erst online nachsehen. Das kann daran liegen, dass es ursprünglich ein GearVR-Spiel ist (obwohl es nur auf Galaxy S7 und neuer läuft, sorry S6-Benutzer) und ein wenig faul portiert wurde. Allerdings habe ich in meinem kompletten Playthrough keinen einzigen Bug oder Glitch gefunden, was ich zugegebenermaßen bewundernswert finde. Da das mit der Verpackung nun geklärt ist, kommen wir zum Inhalt, dem Gameplay.

Gameplay

Das Hauptziel des Spiels ist es, alle entführten Generäle zu retten und dabei in einige außerirdische Ärsche zu treten. Für diese edle Aufgabe steht einem ein Team aus vier Spezialisten mit ihren individuellen Fähigkeiten und Waffen zur Verfügung, aus denen man (fast) immer nach Belieben auswählen kann. Einige Gegner und Hindernisse erfordern die Verwendung eines bestimmten Teammitglieds, aber die meisten können von jedem von ihnen umgangen oder getötet werden. Das Gameplay besteht aus drei Leveltypen: Laufen, Gegnerwellen und Sturmangriff. Bei den Laufetappen geht es meist darum, für jedes Hindernis das passende Teammitglied auszuwählen, und wenn man darauf achtet, bezwingt man diesen Leveltyp, ohne ins Schwitzen zu kommen. Der Anführer, ein Mädchen mit einem Zielcomputer, kann Wellen von Feinden auszuschalten, indem man jeden von ihnen ansieht und einen Luftangriff ruft. Der Ingenieur, ein großer Kerl mit Bandana, hat ein Jetpack und kann über Hindernisse wie z.B. Seen springen und schweben. Der Muscle, ein verängstigter alter Mann, der in einem Exoskelett steckt, schlägt sich durch starke Feinde und manch eine Wand. Zu guter Letzt gibt es noch den Ranger. Dieser Kerl kann ausweichen und durch Laser springen, ahnungslose Gegner mit einem Schleichangriff ausschalten und Spikes vermeiden.

Der nächste Typ sind Gegnerwellen-Level. In diesen tötet man Welle um Welle, während jedes Mitglied des Teams eine einzigartige Waffe trägt. Die meisten Feinde können von jedem getötet werden, obwohl einige von ihnen spezielle Waffen benötigen. Die Anführerin ist in dieser Phase ziemlich nutzlos, weil ihre Erbsenpistole die schlechteste Waffe im Spiel ist.

Der Engineer hat einen coolen Protonen-Pack (Ghostbusters lässt grüßen), der die meisten Gegner ziemlich schnell tötet und für das Sammeln von Extra-Punkten und Sammlerstücken geeignet ist. Auf große Entfernung taugt er nicht viel, aber er ist vielseitig einsetzbar, wenn es darum geht, ankommende Raketen zu zerstören, ansonsten nicht tötbare Feinde zu töten und zähe außerirdische Panzer auszubremsen, während der Raketenwerfer nachlädt. Ein Nachteil dieser Waffe ist, dass sie ziemlich schnell überhitzt und lange zum Abkühlen braucht.

Panzer und andere große Feinde können nur mit einem richtigen Raketenwerfer bekämpft werden. Diese Waffe wird vom Muscle getragen und macht ihrem Namen alle Ehre. Er macht ordentlich Flächenschaden, der leicht mehrere in unmittelbarer Nähe stehende Gegner töten kann. Es kommt noch besser: Er verschießt Lenkraketen. Das ist auch notwendig, um Feinde in späteren Phasen des Spiels zu töten, die, wenn sie sich selbst überlassen werden, undurchdringbare Kraftfelder aufbauen. Ich wünschte nur, die Explosionen durch diesen Bad Boy wären spektakulärer.

Ich habe meine Lieblingswaffe für den Schluss aufgehoben. Es gibt kein besseres Gefühl in diesem Spiel, als einen Haufen Feinde mit je einem einzigen Schuss in den Kopf zu töten. Das Scharfschützengewehr tötet die meisten der regulären Gegner mit einem einzigen Schuss, und das ist auch nötig, wenn einen feindliche Scharfschützen aufs Korn nehmen.

Die dritte Leveltyp ist der Sturmangriff. Dabei handelt es sich um einen Haufen Minispiele, von denen einige ziemlich schwer zu spielen sind, während man bei anderen fast gar nicht verlieren kann. Einige der Minispiele sind nicht ausreichend erklärt, wie zum Beispiel eines der ersten, bei dem man schnell mit der Hand winken muss, als würde man die Leine einer Angelrute auswerfen. Ein weiterer Schmerz in der Kehrseite ist ein Abschnitt, bei dem man einen Schlüssel in mehrere Schlösser stecken und schnell wackeln muss, um ein Tor zu öffnen. Am Ende eines jeden Angriffs befreit man einen General, indem man ein Hütchenspiel mit zunehmender Schwierigkeit gewinnt. Allerdings ist selbst das letzte beim ersten Versuch recht einfach zu gewinnen. Um ehrlich zu sein, fand ich die Angriffe manchmal etwas stressig und unangenehm, mit ein paar Ausnahmen hier und da.

Fazit

Dieses Spiel hat mich mit seinem von den 80er Jahren inspirierten Spaß einige Stunden sehr gut unterhalten und ich bin wirklich dankbar dafür. Es ist charmant, aber nicht ohne Probleme. Es gibt keinen Wiederspielwert, da es die endlosen Laufen- und Gegnerwellen-Modi gibt, die ein Weiterspielen ermöglichen, aber ich bin bereits zu anderen Spielen übergegangen, nachdem ich alle regulären Levels beendet hatte. Das Spiel endet auf einem Cliffhanger, aber da man wahrscheinlich nicht auf die “Story” achten wird, spielt das keine große Rolle. Was zählt ist, dass es ein wirklich ausgefeiltes Spiel mit ein paar langweiligen Teilen ist, aber ansonsten jede Menge Spaß macht. Von ein paar negativen Rückmeldungen im Oculus Store sollte man sich nicht entmutigen lassen. Es muss einem nicht 7,99€ wert sein, aber man sollten es auf jeden Fall einmal ausprobieren, wenn man es zu einem reduzierten Preis bekommen kann.

Dieser Artikel erschien auch auf Michal’s Blog und wurde von André Hahn übersetzt.

Ein ewiger Computer Science Student mit einer Leidenschaft für Open Source Evangelismus. Bringt seit 2007 Menschen zu GNU / Linux.

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